Programm 2026

Kommunalwahlprogramm 2026

Solide Finanzen & starke Infrastruktur – Handlungsfähigkeit sichern

  • Vorausschauende, solide Haushaltsführung in herausfordernden Zeiten
  • Zukunftsinvestitionen vor Konsumausgaben
  • Schienendrehkreuz Fulda ausbauen, Fulda als ICE-Knotenpunkt erhalten
  • Kreisstraßen ertüchtigen, Lücken im Radnetz schließen
  • Bürokratie abbauen, bürgerfreundliche Verwaltung
  • A7‑Anbindung Döllbach vorantreiben, Lärmschwerpunkte entschärfen

Was wir anpacken (2026–2031)
Wir stehen für eine solide Haushaltspolitik mit klaren Schwerpunkten auf Zukunftsinvestitionen: moderne Schulen, intakte Kreisstraßen, flächendeckender Breitbandausbau und pragmatischer Umweltschutz. Wir priorisieren Investitionen in unsere Infrastruktur klar vor Konsumausgaben, damit kommende Generationen einen funktionierenden und lebenswerten Landkreis vorfinden.

Für unseren Kreis sind Auto und Bahn gleichermaßen wichtig: Wir unterstützen den zügigen Ausbau der Verbindung Fulda–Frankfurt. Dabei wollen wir mit der Bahn einen bestmöglichen Lärmschutz für die Anlieger erreichen. Zugleich sprechen wir uns für den Erhalt und die Stärkung des Bahnstandorts Fuldas aus. Für die Region bedeutet die Bahn rund um den ICE‑Knotenpunkt nicht nur den schnellen Zugang zum Fernverkehr im Herzen Deutschlands, sondern ist mit DB‑Werk und DB-Trainingszentrum ein wichtiger Arbeitgeber der Region. Gleichzeitig bekennen wir uns zu Vogelsbergbahn und Rhönbahn als Rückgrat für den Nahverkehr der Region.

Wir wollen auch in Zukunft die Kreisstraßen kontinuierlich instand halten und ertüchtigen. Hier wollen wir in Hessen unseren Spitzenplatz weiter ausbauen. Am Ausbau des Radverkehrsnetzes halten wir fest und wollen auch künftig die Kommunen beim Einwerben von Fördermitteln sowie dem Schließen des Streckennetzes unterstützen.

Wir unterstützen die Umsetzung des zusätzlichen Autobahnanschlusses an die A7 bei Döllbach, weil so Eichenzell, Ebersburg und Gersfeld neue Entwicklungschancen eröffnet werden. Wo Verkehrsbelastungen die Menschen in Ortskernen beeinträchtigen, machen wir uns weiterhin für Ortsumgehungen – etwa in Margretenhaun und Niederbieber oder in Weyhers- stark.

Wir wollen Bürokratie auf allen Ebenen reduzieren. Hierbei werden wir als Modellregion des Landes Hessen im Rahmen des Kommunalen Flexibilisierungsgesetzes eine Vorreiterrolle einnehmen. Wir bekennen uns zum Subsidiaritätsprinzip. Aufgaben sollen wo immer möglich von der untersten Ebene wahrgenommen werden. Wir sind davon überzeugt, dass die Verantwortlichen unserer Städte und Gemeinden sowie des Landkreises am besten wissen, was die Bürger vor Ort bewegt und daher nicht nur die besseren Entscheidungen treffen, sondern diese auch am bürgerfreundlichsten und effizientesten umsetzen. Für alle Aufgaben, die von höherer Ebene übertragen werden, sprechen wir uns für eine kostendeckende finanzielle Kompensation aus, sodass unsere Haushalte nicht durch Entscheidungen anderer Ebenen in Schieflage geraten.

Wir verstehen uns zudem als Botschafter unserer Region und werben für die Ansiedlung von Landes‑ und Bundesbehörden in unserem Landkreis, wie es bspw. bei der Bundespolizei oder der HZD in der Vergangenheit bereits erfolgreich gelungen ist. Dies bringt qualifizierte Arbeitsplätze zu den hochqualifizierten Menschen unserer Region – auch und gerade im ländlichen Raum.

 

Beste Bildung – vom Kindergarten bis zur Hochschule

  • Moderne Schulen mit starker digitaler Infrastruktur
  • Individuelle Bildung von Förderschulen bis Begabtenförderung
  • Enger Praxisbezug: Ausbildungsoffensive und Übergänge in den Beruf
  • Hochschule Fulda als Innovationspartner für unsere mittelständisch geprägte Wirtschaft
  • Medizinercampus weiter ausbauen, Zahnuniversität ansiedeln
  • Grundschulen vor Ort sichern

Was wir anpacken (2026–2031)
Eine erfolgreiche und vielfältige Bildungslandschaft ist Grundlage für alles: Daher investieren wir weiter in gut ausgestattete Schulen – moderne Klassenzimmer, Anschluss an das Glasfasernetz, ergänzende Endgeräte und verlässliche IT‑Betreuung. Wir bekennen uns zum gut austarierten Schulangebot in unserem Kreis: Inklusion (u. a. über das Kompetenzzentrum Sprache & Erziehung) und Begabtenförderung gehören ebenso dazu wie musische und künstlerische Angebote, naturnahes Lernen sowie passgenaue Hilfen nach individuellen Lernlücken. Wir unterstützen zudem Fahrten an außerschulische Lernorte.

Ausbildung und Studium sind für uns gleichwertige Bildungswege. Wir wollen Schulen noch stärker mit Betrieben verzahnen, intensivieren die Ausbildungsoffensive und führen erfolgreiche Projekte wie den Azubi-Campus Pings fort.

Wir wollen weitere Medizinstudenten nach Fulda holen und mit den Partnern Hochschule, Klinikum und Stadt Fulda die Voraussetzungen schaffen, dass weitere Studienplätze und -angebote im Bereich der Medizin in Fulda angesiedelt werden. Denn mit der Ausbildung vor Ort sichern wir uns die ärztliche Versorgung von morgen. Wir unterstützen die Stadt Fulda bei ihren Bemühungen, eine Zahnuniversität in Fulda anzusiedeln.

In die Hochschule Fulda hat das Land Hessen in den vergangenen Jahren viel Geld investiert, um diese personell und baulich stark auszubauen. Auch die Studienangebote wurden vielfältiger und die Zahl der Studenten ist gestiegen. Wir bekennen uns zum Hochschulstandort Fulda. Gleichzeitig wollen wir mit unseren Partnern aus Landespolitik, Ministerien und Hochschule darauf hinwirken, dass das Studienangebot noch arbeitsmarktorientierter ausgerichtet wird und sich die Hochschule zu einem starken Gründer- und Innovationszentrum unserer Region entwickelt.

 

Familienfreundlicher Landkreis – Generationen verbinden

  • Gute und flexible Betreuungsangebote, verlässliche Randzeiten
  • „Babylotsen“ an Geburtskliniken und „Hebammen für Fulda“
  • Bezahlbarer Wohnraum, Innenentwicklung, neue Wohn‑ und Pflegeformen
  • Generationenparks, digitale Teilhabe, Familien‑Guide für Angebote

Was wir anpacken (2026–2031)
Das Fundament unserer Gesellschaft ist die Familie. Hier wachsen Kinder in Geborgenheit und Verantwortung auf, hier werden Werte vermittelt und Zusammenhalt gelebt. Wir wollen Familien stärken, ohne sie zu bevormunden. Unser Ziel ist es, im Landkreis Fulda die besten Voraussetzungen zu schaffen, damit Kinder gut aufwachsen, Eltern Unterstützung finden und ältere Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Wir wollen, dass Eltern schon rund um die Geburt verlässliche Ansprechpartner haben. Programme wie Babylotsen an den Kliniken und das erfolgreiche Projekt „Hebammen für Fulda“ sollen gesichert und ausgebaut werden. So erhalten Mütter und Väter schnelle Orientierung und konkrete Hilfe – unkompliziert und direkt vor Ort.

Für die Betreuung der Kinder wollen wir flexible und wohnortnahe Angebote schaffen. Neben den bestehenden Kitas und Krippen setzen wir auf Tagesmütter und -väter, die durch Qualifizierung und Mentoring unterstützt werden.

Wir wollen bezahlbaren Wohnraum schaffen, indem wir Leerstände aktivieren, Baulücken schließen und bestehende Gebäude für Familien und Senioren nutzbar machen. So werden Ortskerne gestärkt und neue Flächen geschont. Auch der barrierearme Umbau vorhandener Wohnungen hat für uns Priorität, damit Menschen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld leben können.

Wir unterstützen generationenübergreifende Projekte, die Begegnung schaffen und Gemeinschaft fördern – von Nachbarschaftshilfen bis zu Mehrgenerationenhäusern.

Wir wollen, dass ältere Menschen aktiv am Leben teilhaben können. Alternative Wohnformen wie Senioren-WGs oder Mehrgenerationenhäuser sollen gefördert werden, ebenso Treffpunkte, an denen digitale Kompetenzen vermittelt werden. So können auch ältere Menschen digitale Technik nutzen und bleiben besser vernetzt. Unser Ziel ist es, Einsamkeit vorzubeugen und Selbstständigkeit zu erhalten.

Wir wollen die Familienzentren vor Ort weiter unterstützen und darauf hinwirken, dass weitere solche Zentren entstehen.

All dies wollen wir mit Augenmaß umsetzen. Wir setzen auf pragmatische Lösungen, die wirken. Fördermittel von Land, Bund und EU sollen konsequent genutzt werden, um die hiesigen Steuerzahler zu entlasten. Wichtig ist uns, dass die Menschen im Landkreis Fulda sehen: Politik kümmert sich, hält Wort und bleibt nah an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger.

Unsere Botschaft ist klar: Wir stellen die Familie in den Mittelpunkt, verbinden Tradition mit moderner Daseinsvorsorge und schaffen Chancen für Jung und Alt. So bleibt Fulda ein starker Landkreis – heute und morgen.

 

Wirtschaft & Arbeit – Mittelstand, Handwerk, Tourismus

  • Mittelstand fördern, hohe Erwerbsquote sichern
  • Verwaltung schnell, digital und effizient aufstellen
  • Gründerzentrum mit Hochschule und Betrieben
  • Vorausschauende Flächenpolitik
  • Tourismus: Rhön & Domstadt stärker gemeinsam vermarkten

Was wir anpacken (2026–2031)
Wir wollen, dass der Landkreis Fulda auch in Zukunft ein starker Wirtschaftsstandort bleibt, in dem Mittelstand, Handwerk und innovative Unternehmen erfolgreich arbeiten können. Dafür setzen wir auf eine Verwaltung, die unternehmerisch denkt und handelt. Genehmigungen sollen schneller bearbeitet werden, Anträge einfach und vollständig digital gestellt werden können. Die Region Fulda GmbH verstehen wir als Dienstleister für Gründer, Mittelstand und Handwerk, um deren Anliegen rund um Expansionen, Neuansiedlungen, Innovationsmanagement und Fachkräftegewinnung pragmatisch anzupacken. Unser Ziel ist eine Verwaltung, die mit moderner Technik arbeitet, Verfahren vereinfacht und den Weg frei macht für Wachstum und Innovation.

Der Fachkräftemangel ist inzwischen eine der größten Herausforderung für viele Unternehmen. Wir wollen deshalb die Berufsschulen im Landkreis weiter modernisieren und eng mit Betrieben und der Hochschule Fulda vernetzen. Digitale Lehrmittel, praxisnahe Ausbildung und eine regionale „Praxisbörse“ sollen junge Menschen für Ausbildungsberufe begeistern und den direkten Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Gleichzeitig wollen wir Unternehmen bei der Integration internationaler Fachkräfte unterstützen und die Chancen des neuen Fachkräfteeinwanderungsrechts nutzen.

Neue Ideen entstehen dort, wo Gründerinnen und Gründer Freiräume haben. Deshalb wollen wir in bestehenden Gebäuden Co-Working-Plätzen, Beratungsangeboten und Möglichkeiten für Prototypen einrichten, statt teure Neubauten zu finanzieren. Ebenso wollen wir Betriebsnachfolgen aktiv begleiten, damit Unternehmen nicht schließen müssen, weil auf den ersten Blick keine geeigneten Nachfolger verfügbar sind. Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sollen für kleine und mittlere Betriebe einfacher nutzbar werden – mit regionalen Beratungsangeboten und Schulungen, die den Einstieg erleichtern.

Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist heute so wichtig wie Straßen und Schienen. Wir wollen den Breitbandausbau daher weiter voranbringen. Weiße Flecken sollen in Zusammenarbeit mit Gemeinden und Netzbetreibern nach Wirtschaftlichkeit und Bedarf geschlossen werden.

Bei der Entwicklung von Gewerbegebieten setzen wir uns in der Regionalversammlung für die Ausweisung weiterer Flächen ein. Bestehende Brachen und Baulücken sollen zudem genutzt werden, um nicht mehr Flächen versiegeln zu müssen als unbedingt erforderlich. Wir setzen uns für digitale Flächenkataster, schnellere Baugenehmigungen und klare Verfahren ein, damit Investitionen nicht an der Bürokratie scheitern.

Auch Tourismus, Kongresse und Messen wollen wir weiter stärken. Fulda als Messe- und Kongressstandort, die Rhön als UNESCO-Biosphärenreservat und die Wasserkuppe als Berg der Flieger sollen künftig stärker unter einer gemeinsamen Marke auftreten. Gemeinsame Vermarktung und koordinierte Angebote machen die Region attraktiver für Besucherinnen und Besucher. Projekte wie die Umweltbildung im Wildpark Gersfeld oder Angebote rund um die Gedenkstätte Point Alpha wollen wir gezielt nutzen und unterstützen.

Die öffentliche Hand selbst soll Vorbild sein. Wir wollen, dass öffentliche Aufträge stärker mittelstandsfreundlich gestaltet werden, mit Losgrößen, die auch für kleinere Betriebe interessant sind. Digitale Vergabeverfahren, schnelle Zahlungen und einfache Nachweise sorgen für weniger Aufwand und mehr Transparenz. Die angestrebten Vereinfachungen und Entbürokratisierungen der Vergabeverfahren wollen wir konsequent nutzen, um die heimischen Betriebe und Unternehmen zu unterstützen.

 

Land‑ & Forstwirtschaft – verlässlich, innovativ, regional

  • Wertschätzung für bäuerliche Familienbetriebe, faire Rahmenbedingungen
  • Regionale Vermarktung, Biodiversität
  • Naturschutz über Verträge statt Bevormundung
  • Waldumbau und Wiederbewaldung, regionale Holzvermarktung
  • Jagd als gelebter Naturschutz; keine Jagdsteuer

Was wir anpacken (2026–2031)
Wir wollen, dass Land‑ und Forstwirtschaft im Landkreis Fulda auch 2030 stark, familiengeführt und wirtschaftlich tragfähig bleiben. Dafür setzen wir auf Verlässlichkeit, Planbarkeit und weniger Bürokratie – mit pragmatischen Lösungen statt teuren neuen Programmen. Wir wollen Regeln klarer machen, Verfahren vereinfachen und Anträge digital abwickeln. Ein Lotse „Feld & Wald“ soll Betriebe und Waldbesitzer durch Fristen, Förderungen und Berichtspflichten führen und bestehende Instrumente der Agrarpolitik gezielt nutzbar machen und gebündelt informieren. Planungssicherheit entsteht, wenn Entscheidungen zügig und verlässlich getroffen werden sowie Unterlagen nicht mehrfach eingereicht werden müssen.

Wir wollen die Wertschöpfung in der Region halten. Unsere regionalen Produkte und das UNESCO‑Biosphärenreservat sowie die Dachmarke Rhön sind starke Marken, die wir für Landwirtschaft, Handwerk und Tourismus besser verbinden wollen. Mehr regionale Produkte in Kantinen von Kreisverwaltung und Schulen sowie kurze Wege stärken Einkommen, machen unabhängiger von volatilen Märkten und erhalten unsere Kulturlandschaft. Wir wollen Vermarktungsinitiativen bündeln, Hof‑ und Dorfläden vernetzen und digitale Verkaufswege leichter zugänglich machen.

Vorrang hat Photovoltaik auf Dächern und Hofarealen; Agri‑PV soll dort möglich werden, wo Bewirtschaftung und Naturverträglichkeit gesichert bleiben. Biogas aus Reststoffen und nachhaltig erzeugte Holzenergie ergänzen das Portfolio. Unser Ziel ist, Energiekosten zu senken, zusätzliche Erlöse zu ermöglichen und Versorgungssicherheit in der Region zu stärken – ohne neue Belastungen der Haushalte.

Dürre, Starkregen und Hitze setzen Feldern und Wäldern zu. Deshalb setzen wir uns für Humusaufbau, Erosionsschutz, vielfältige Fruchtfolgen, Blüh- und Randstreifen sowie Wasserrückhalt in der Fläche – mit einfachen, wirksamen Maßnahmen, die sich für Betriebe rechnen- ein. Wir wollen die Zusammenarbeit mit Wasser‑ und Bodenverbänden ausbauen, praxisnahe Beratung stärken und Anreize so setzen, dass freiwilliges Engagement honoriert wird. Landwirtschaft bleibt Partnerin für Biodiversität und Pflege unserer Heimat.

Wir wollen den Wald stabil machen und Kalamitätsflächen zügig wiederbewalden. Der Aufbau standortgerechter Mischwälder, die Nutzung klimaangepasster Baumarten und eine aktive Jagd für natürliche Verjüngung sind dafür entscheidend. Wir wollen kurze Wege beim Holz, transparente Verfahren und eine starke regionale Holzvermarktung, damit auch kleinere Waldbesitzer faire Preise erzielen.

Jägerinnen und Jäger bleiben unsere Partner: Sie schützen Waldverjüngung, mindern Wildschäden und helfen bei der Prävention von Tierseuchen. Eine Jagdsteuer lehnen wir klar ab, weil sie Ehrenamt und Waidgerechtigkeit belastet, ohne die Ziele im Natur‑ und Tierschutz zu fördern.

Wir wollen Tierhaltung sichern, regionale Kreisläufe erhalten, Beratung aus einer Hand bieten und uns für verlässliche regionale Schlacht‑ und Vermarktungsstrukturen einsetzen.

Programme wie „Bauernhof als Klassenzimmer“ wollen wir stärken, damit Kinder und Jugendliche erleben, wie Lebensmittel entstehen und welche Leistung dahintersteht. Das schafft Respekt und Akzeptanz für die unschätzbare Arbeit der Landwirtschaft.

Wir respektieren das Eigentum und erkennen die Leistung der Familienbetriebe an. Wir verbinden Klimaschutz mit Wirtschaftskraft, regionale Identität mit Offenheit für Neues und Verantwortung mit Realitätssinn. So sichern wir eine verlässliche, gut bezahlte Zukunft für Hof und Wald – hier bei uns im Landkreis Fulda.

 

Digitalisierung. Einfach, sicher, für alle.

  • Glasfaser in jedes Haus, flächendeckendes 5G
  • Öffentliche WLANs und Echtzeit‑ÖPNV‑Infos
  • Neue KreisApp
  • Digitale Dorflinde, Freifunk, LoRaWAN und digitaler Bauantrag

Was wir anpacken (2026–2031)
Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck. Sie soll den Alltag erleichtern, die regionale Wirtschaft stärken, Bildung verbessern und die Verwaltung schneller machen – verlässlich, datenschutzkonform und bezahlbar. Weil die Haushaltslage eng ist, wollen wir konsequent auf Nachnutzung statt Neuentwicklung setzen, vorhandene Plattformen klug verbinden und Förderprogramme gezielt nutzen. Ein starker Ausgangspunkt dafür soll die Kreis‑App sein, die künftig Termine, Infos zum Bürgerservice und VHS‑Angebote bündelt. Die Kreis-App soll hierfür neu aufgelegt werden. Sie soll die Basis zum zentralen digitalen Einstieg für Bürgerinnen und Bürger sein.

Flächendeckende Netze bleiben die Grundlage. Der Landkreis hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fördermittel eingeworben, um Glasfaseranschlüsse in die Fläche zu bringen; Bund und Land unterstützen diesen Kurs weiterhin mit zweistelligen Millionenbeträgen. Wir wollen diesen Ausbau konsequent in reale Hausanschlüsse übersetzen – zuerst dort, wo heute noch weiße Flecken sind, und in enger Zusammenarbeit mit Kommunen und Netzbetreibern.

Auch beim Mobilfunk wollen wir letzte Lücken schließen. Hessen hat die Ziele des „Zukunftspakt Mobilfunk“ vorzeitig übertroffen; im Landkreis Fulda wurden Standorte modernisiert und mit 5G erweitert, u. a. in Eiterfeld und Großenlüder. Unsere Linie ist pragmatisch: Ausbau beschleunigen, Verfahren entbürokratisieren, Akzeptanz vor Ort sichern.

Die Verwaltung soll so einfach wie eine gute App sein. Wir wollen, dass Anträge digital unterschrieben, Gebühren online bezahlt und Bescheide elektronisch zugestellt werden können. Wo immer möglich, wollen wir „Einer‑für‑Alle“-Dienste (EfA) nachnutzen, statt teure Eigenentwicklungen anzustoßen – Qualität rauf, Kosten runter. In Bauverfahren geht der Landkreis bereits voran: Bei der Kreisverwaltung ist die volldigitale Einreichung seit Frühjahr 2025 möglich.
Schule & Bildung sind Herzstücke einer digitalen Region. Alle Schulen wurden bereits gigabitfähig angebunden; jetzt wollen wir Nutzung und Support in den Mittelpunkt stellen: Stabiles Schul‑WLAN, verlässliches Gerätemanagement und kontinuierliche Fortbildung stehen im Fokus. Das Medienzentrum Fulda wollen wir als Drehscheibe für Lehrkräfte noch besser ausstatten, und die VHS des Landkreises wollen wir mit niedrigschwelligen Digital‑Treffs für alle Generationen weiter stärken – offline und online.

Mobilität denken wir digital mit. Echtzeit‑Informationen und Ticketkauf in RMVgo wollen wir offensiv bewerben. On‑Demand‑Angebote vereinfachen wir über die App „föllsch mobil“ – vom Anruf‑Sammel‑Taxi in der Stadt Fulda bis zu Rufbussen im Landkreis. Unser Ziel: verlässliche, einfach buchbare Verbindungen – gerade abends und am Wochenende.

Für Krisenlagen wollen wir die Warn‑Apps hessenWARN/KATWARN konsequent bewerben und regelmäßig erproben.
All das geschieht mit Blick auf die Finanzen. Der Landkreis und die kreisangehörigen Kommunen arbeiten seit Jahren unter Defizitdruck. Deshalb wollen wir Vorhaben auf Nutzen, Betriebskosten und Förderfähigkeit prüfen, Projekte bündeln und gemeinsame Lösungen im kommunalen Verbund vorziehen – solide statt spektakulär.

Wir wollen Digitalisierung, die spürbar hilft – in der Kreisverwaltung, im Unternehmen, in der Schule, auf dem Weg zur Arbeit und zu Hause. Wir wollen Bewährtes besser verknüpfen, Lücken schließen und neue Technik dort einsetzen, wo sie sich rechnet. So bleibt Fulda digital stark – bürgernah, wirtschaftsfreundlich und sicher.

 

Gute medizinische Versorgung & Gesundheit

  • Facharzt und Hausarztoffensive
  • Notfallversorgung mit kurzen Hilfsfristen sichern und modernisieren
  • Kommunale Trägerschaft des Klinikums Fulda; Standort Gersfeld stärken
  • Medizinercampus Fulda ausbauen; ländliche Arztversorgung sichern
  • Sozialpädiatrisches Zentrum, Prävention und Palliativangebote stärken

Was wir anpacken (2026–2031)
Gesundheit gehört zur Daseinsvorsorge. Wir wollen eine Versorgung, die schnell hilft, wohnortnah erreichbar ist und mit den Menschen Schritt hält.
In den nächsten Jahren werden viele Ärzte aus dem Berufsleben ausscheiden. Das gefährdet die Versorgung. Bereits jetzt ist es in einigen Bereichen der fachärztlichen Versorgung schwierig, in angemessener Frist einen Termin zu erhalten. Auch wenn der Landkreis Fulda keine gesetzliche Zuständigkeit besitzt, wollen wir regionale Gesundheitskonferenzen etablieren, die die Akteure vor Ort zusammenbringen und konkrete Lösungen erarbeiten können. Ein Meilenstein für mehr Nachwuchsmediziner ist mit dem Medizinstudium in Fulda bereits erreicht worden. 2025 hat der erste Jahrgang seine Abschlussprüfung in Fulda abgelegt. Die Erfahrung zeigt: Sehr viele der Absolventen bleiben als Ärzte in der Region. Wir wollen den Medizin-Campus Fulda daher weiter ausbauen und stärken. Ebenso unterstützen wir die Stadt Fulda bei den Bestrebungen zur Etablierung einer Zahnklinik.

Zusätzlich wollen wir Medizinstudenten, die an anderen Universitäten studieren, aber einen Bezug zur Region haben, früh und verlässlich an uns binden. Bewährte Programme wie das „Fulda-Stipendium“ und die „Landpartie“ wollen wir fortführen, um mehr Haus- und Fachärzte für Stadt und Land zu gewinnen – mit klaren Wegen in Weiterbildung und Niederlassung. Wir wollen Nachfolgen aktiv begleiten, regionale Praxisnetze stärken und flexible Modelle von Versorgung in der Fläche unterstützen. Regionale Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sollen dort als Lösung bereitstehen, wo keine direkten Praxisnachfolger gefunden werden können.

Das Klinikum Fulda ist der Maximalversorger der Region. Wir bekennen uns zur kommunalen Trägerschaft und wollen das umfassende Leistungsangebot erhalten. Das Herz-Jesu Krankenhaus unterstützen wir bei einem möglichen Neubau der Notaufnahme.  Gleichzeitig wollen wir das medizinische Angebot in der Fläche sichern und die Zusammenarbeit der Häuser in Fulda, in Hünfeld und Gersfeld ausbauen.

Der Landkreis erweitert derzeit Rettungsdienst-Standorte und Vorhaltungen. Wir wollen diesen Stufenplan konsequent fortsetzen, Ersthelfer-Netzwerke stärken und die Leitstelle digital weiter ausrüsten. Zudem wollen wir prüfen, wie Telenotarzt-Lösungen aus Hessen auch unsere Region entlasten können – als Ergänzung, nicht als Ersatz des Notarztes.

Die Gesundheit unserer Kinder steht für uns besonders im Fokus. Das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) am Klinikum Fulda bietet seit 2024 spezialisierte Hilfe für Kinder mit komplexem Förderbedarf. Wir wollen kurze Wege sichern, Elternberatung ausbauen und Schnittstellen zu Kita, Schule und Jugendhilfe fest verankern. Außerdem wollen wir Bewegung, Ernährung und psychische Gesundheit systematisch fördern – mit einfachen, wirksamen Angeboten, beispielsweise dem Bewegungscheck an Schulen.

Auch Hebammen, Pflegekräfte und Palliativdienste sind für eine funktionierende Gesundheitsversorgung unverzichtbar. Wir wollen die Personalausbildung und -qualifizierung stetig ausbauen, bspw. wie durch das Programm „Hebammen für Fulda“.

Für uns haben Versorgungssicherheit, Personalbindung, Digitalisierung mit echtem Mehrwert und die Stärkung der medizinischen Versorgung in der Fläche Priorität. So sichern wir Verlässlichkeit und Modernisierung zugleich – für eine Gesundheitspolitik, die nah, digital, bezahlbar und menschlich ist.

 

Klima, Energie & Natur – Verantwortung für unsere Schöpfung

  • Ausstellung und Verwaltung des Biosphärenreservats auf der Wasserkuppe
  • Nachhaltige Kreisverwaltung als klares Ziel
  • Dezentraler Ausbau von Erneuerbaren und Wasserstoff‑Region Fulda
  • Sternenpark Rhön und Dark Sky City gegen Lichtverschmutzung
  • Hochwasserschutz, Biodiversität, klimafreundliche Kläranlagen; Rat der Nachhaltigkeit

Was wir anpacken (2026–2031)
Wir glauben: Verantwortung für die Schöpfung beginnt vor der eigenen Haustür. Deshalb wollen wir im Landkreis Fulda die Umwelt schützen, Artenvielfalt stärken und gleichzeitig eine bezahlbare und sichere Energieversorgung gewährleisten. Unser Ziel ist es, pragmatisch zu handeln, Kosten im Blick zu behalten und dabei die Stärken unserer Region optimal zu nutzen.

Wir wollen auf kreiseigenen Gebäuden wo es Sinn ergibt weitere Photovoltaikanlagen installieren und Heizung wie Beleuchtung bedarfsgerecht ausrichten. Mit gezielten, kosteneffizienten Maßnahmen und Förderprogrammen wollen wir Schritt für Schritt den Energieverbrauch senken. Zudem unterstützen wir die kreisangehörigen Kommunen bei der Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung, um nicht nur den gesetzlichen Anforderungen Rechnung zu tragen, sondern die Wärmegewinnung und -speicherung intelligent zu steuern.

Der Landkreis Fulda liegt mitten in Deutschland und ist Heimat vieler Speditionen und Logistikunternehmen. Das eröffnet Chancen für neue Technologien. Wir wollen die entstehende Wasserstoff-Infrastruktur gezielt für Logistik und den ÖPNV nutzen und uns für deren Ausbau einsetzen. Wasserstoff-Tankstellen und weitere Pilotprojekte sollen helfen, Speditionen, ÖPNV und Gewerbe beim Umstieg auf klimafreundliche Antriebe zu unterstützen.

Mit dem „Sternenpark Rhön“ haben wir bereits ein Leuchtturmprojekte gegen Lichtverschmutzung in der Region. Wir bekennen uns zu dieser Initiative: Straßenbeleuchtungen sollen intelligent gesteuert, Leuchten gedimmt und nur dort eingesetzt werden, wo es notwendig ist. So sparen wir Energie, schützen die Natur und bewahren den einzigartigen Nachthimmel unserer Region.

Wir werden mit dem Land Hessen die Ausstellung und die Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats auf der Wasserkuppe realisieren. Damit schaffen wir einen Anziehungspunkt für die Menschen in der Region und unsere Gäste.

Die letzten Jahre haben gezeigt: Extremwetter werden auch in Osthessen häufiger. Frühwarnsysteme sollen ausgebaut und mit gemeindeübergreifenden Übungen verknüpft werden, um die Bevölkerung besser zu schützen.

Wir wollen artenreiche Lebensräume erhalten – von Bergmähwiesen über Blühstreifen bis zu Streuobstwiesen. Landwirte sollen für diese Maßnahmen eingebunden und fair unterstützt werden.

Unser Ziel bleibt klar: Wir wollen die Schöpfung bewahren, Kosten und Nutzen ehrlich abwägen und den Kreis Fulda zu einer klimaresilienten, lebenswerten und wirtschaftsstarken Region machen – mit Augenmaß, Innovation und Herz.