Gedenkfeier des CDU-Stadtverbandes Fulda zu Ehren von Heinrich Gellings

Großes Interesse von Seiten der Bevölkerung fand die diesjährige Gedenkfeier anlässlich des 20. Juli 1944 des CDU-Stadtverbandes Fulda im Kolpinghaus.
Zu Beginn dieser Gedenkstunde wies der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Dr. Wolfgang Dippel zugleich auf die Tradition und die große Bedeutung der Veranstaltungen des CDU-Stadtverbandes Fulda am 20. Juli hin.
„Viele gerade jüngere Menschen wissen über den heutigen Gedenktag erschreckend wenig, weshalb es auch heute noch wichtig ist, sich der Männer und Frauen des 20. Juli 1944 zu erinnern“, so Dippel. Denn gerade die CDU hätte sich in der Vergangenheit immer wieder für Demokratie und Menschenrechte wie beispielsweise die Meinungsfreiheit eingesetzt.
„Heinrich Gellings, an den wir stellvertretend für alle Menschen, die in dieser Zeit gegen das Unrecht aufgestanden sind, heute erinnern wollen, war ein Mensch, dem die sogenannten „kleinen Leute“ sehr am Herzen lagen“, erinnerte Dippel. Aus diesem Grund hätte er sich mit großem Mut und starker Zivilcourage für die Menschen und gegen das damalige NS-Regime in seinem Umfeld eingesetzt.
Als Gastredner der diesjährigen Gedenkfeier waren Heinz und Michael H. Gellings eingeladen. Der Enkel von Heinrich Gellings, selbst studierter Historiker, führte das anwesende Publikum zunächst in die damaligen Umstände der 20er und 30er Jahre in Fulda ein. Dabei skizzierte Gellings wichtige Stationen im Leben seines Großvaters. So erfuhren die Zuhörer, dass er zunächst als Arbeitersekretär der KAB aus dem Ruhrgebiet kommend ab 1929 in Fulda tätig war. „Diese Funktion hatte Heinrich Gellings bis zum Verbot der KAB 1936 inne, danach führte er seine Arbeit unter dem Deckmantel der Männerseelsorge in der katholischen Kirche fort“, so der Historiker. Dabei wäre Gellings auch immer wieder in Kontakt mit anderen Menschen des Widerstandes in Fulda gekommen. Als Beispiele nannte er Hermann Leinweber, der sich in dieser Zeit stark für die jüdische Gemeinde engagierte, den späteren Oberbürgermeister der Stadt Fulda Dr. Cuno Raabe sowie den damaligen Bischof von Fulda Johannes Baptista Dietz.
Heinz Gellings zeigte anschließend weitere wichtige Ereignisse im Leben seines Vaters Heinrich auf. Dabei konnte dieser, selbst Zeitzeuge, aus einem reichen Schatz an Erinnerungen, Erzählungen und schließlich aus Briefen seines Vaters zitieren. So erfuhr das Publikum, dass die Kriminalpolizei bereits 1935 auf Heinrich Gellings aufmerksam wurde. Dem folgten 1938 mehrere Hausdurchsuchungen und zwei Tage Untersuchungshaft im Fuldaer Stadtschloss. Schließlich wurde Heinrich Gellings bereits im selben Jahr eingezogen und musste später als Soldat im Zweiten Weltkrieg dienen. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft wurde Heinrich Gellings schließlich ab 1948 für 21 Jahre Bürgermeister der Stadt Fulda.
Zum Schluss der Veranstaltung dankte Dippel allen Anwesenden für deren Unterstützung und kündigte an, dass die Tradition einer Gedenkfeier anlässlich des 20. Juli auch künftig fortgeführt werde und die Lehren aus dem
Widerstand gegen das NS-Regime in der Politik des CDU-Stadtverbandes Fulda immer eine Richtschnur bleiben würden.






